Neue Brancheninitiative angekündigt: Behind the Set – ein neues Austauschformat für die Filmbranche

Alle spüren es: Der Produktionsstandort Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen. Ein internationaler Wettbewerbsdruck, eine fragmentierte Branchenstruktur sowie strukturelle Defizite innerhalb der Branche erschweren Arbeitsbedingungen und hindern ihre nachhaltige Entwicklung. Zahlreiche Initiativen engagieren sich politisch für bessere Förderung, Arbeitsbedingungen und versuchen, strukturelle Probleme zu lösen. Was jedoch weiterhin fehlt, ist ein systematischer Wissenstransfer, der sich durch die fragmentierte und projektbasierte Branche durchsetzt.

Vor diesem Hintergrund kündigen die Assistant Directors Union (ADU) und das CreatiF Center gemeinsam den Start eines neuen, branchenweiten Austauschformats an. Ziel der Initiative ist es, Wissen zugänglich zu machen, den Dialog innerhalb der Branche zu stärken, Kommunikation innerhalb von Projekten und ganzheitlich für die Branche zu stärken sowie transformative Impulse für die Praxis zu setzen.

Geplant ist eine Kombination aus virtuellen Austauschformaten, Veranstaltungen, vertieften Fachbeiträgen und Einblicken aus erster Hand auf den sozialen Medien. Der Fokus liegt auf praxisnahen Inhalten und einem offenen, kontinuierlichen Wissenstransfer – von der Branche für die Branche eben.


Mit Behind the Set wollen wir einen Werkzeugkasten anbieten, der auf die Praxis zugeschnitten ist: echte Situationen und funktionierende Ansätze. Wir wollen ein Format bauen, das für die Community ist und auch von der Community mitgetragen wird. Denn jede Einzelperson, Verband oder Firma kann sich mit den eigenen Insights und Learnings als Partner*in oder Speaker*in bei uns melden. Was uns besonders freut: Als gefördertes Transferprojekt können wir Behind the Set komplett kostenlos anbieten.“ (Lena Fischer. Projektleitung des Integrativen Produktionsmanagements im CreatiF Center)

Kick-off am 8. Juni zu Projektmanagement-Ansätzen

Der offizielle Start des Formats ist für Montag, den 8. Juni 2026, um 18:00 Uhr online geplant. Um den Link zum Video-Call zu erhalten, meldet Euch hier an.

Zum Kick-off ordnen Stefan Nickel (Assistant Directors Union e. V.) und Prof. Dr. Eva-Maria Schön (Hochschule Emden/Leer) die aktuellen Herausforderungen und Pain Points ein und diskutieren Lösungsmöglichkeiten.

Stefan Nickel bringt konkrete Situationen aus dem Produktionsalltag und seiner langjährigen Erfahrung bei verschiedenen deutschen Film- und Serienproduktionen mit. Prof. Dr. Eva-Maria Schön ordnet ein, was die Forschung aus anderen Branchen längst weiß: Wann hilft klassisches, wann agiles, wann hybrides Projektmanagement? Mit dem Cynefin-Framework wird greifbar, warum bewährte Arbeitsweisen heute an Grenzen stoßen.

Geboren 1978 in Hamburg, seit vielen Jahren in Berlin zuhause. Studierter Theaterwissenschaftler und Historiker (FU Berlin) – doch der Film hat dem Theater schnell den Rang abgelaufen. Seit 2013 also in der Filmindustrie als Erster Regieassistent tätig. In diesem Metier fasziniert ihn ganz besonders die Organisation und das Projektmanagement, denn Regieassistenz beim Film ist seit Langem nicht mehr die künstlerische Unterstützung einer Regie, sondern eine herausfordernde Form der Simultanübersetzung künstlerischer Bedürfnisse in organisatorische Bausteine. Als Gründungsmitglied der Assistant Directors Union setzt er sich seit nunmehr 7 Jahren für die Anerkennung der Regieassistenz als Beruf und dadurch mehr Professionalisierung, bessere Aus- und Weiterbildungschancen sowie fairere Arbeitsbedingungen an deutschen Filmsets ein.

Prof. Dr. Eva-Maria Schön promovierte 2017 im Bereich Informatik an der Universität Sevilla (Spanien). Seit 2022 ist sie Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Emden/Leer. Wissenschaftlerin zu sein, bedeutet für sie, Agilität in der Arbeitswelt voranzutreiben. Ihre Forschungsinteressen umfassen Bereiche wie Agile Produktentwicklung, Künstliche Intelligenz und Requirements Engineering. Darüber hinaus verfügt sie über langjährige praktische Erfahrung in der Entwicklung digitaler Produkte und eine breite Erfahrung in der Schulung und Beratung verschiedener Unternehmen.

Über die Kooperation

Die Initiative Behind the Set ist ein gemeinsames Projekt der Assistant Directors Union (ADU) und des CreatiF Centers. Beide Partner bündeln ihre Netzwerke und Kompetenzen mit dem Ziel, Austausch, Weiterbildung und Zusammenarbeit innerhalb der Produktionsbranche zu schaffen.

Interessierte Vereine, Interessensrguppen oder Firmen können Teil der Kooperation oder Partner für einzelne Events oder Berichterstattungen werden. Bei Interesse bitte mit dem Team des CreatiF Centers Kontakt aufnehmen: ipm@hff-muc.de

Über die ADU

Die Assistant Directors Union (ADU) vertritt die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen aller szenisch arbeitenden Assistant Directors, Regieassistent*innen und AD-Production Assistants in Deutschland.

Das zentrale Anliegen der ADU ist die Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland durch die kontinuierliche und fachliche  Fortbildung ihrer Mitglieder, um sie für den nationalen wie internationalen Markt wettbewerbsfähig zu machen. Dabei unterstützt sie auch aktiv die Verbreitung und dauerhafte Etablierung des internationalen Drehsystems in Deutschland.

Über das CreatiF Center

Das CreatiF Center der Hochschule für Fernsehen und Film München ist ein Innovationshub zur Entwicklung und Erforschung innovativer Technologien rund um die Filmproduktion. Dazu arbeitet das 13-köpfige Team eng mit Partner*innen aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Neue Ideen brauchen neue Tools, um sich zu entfalten. Das CreatiF Center gibt Studierenden und Fachleuten die Werkzeuge, um die Zukunft der Film- und Medienwelt aktiv mitzugestalten. Wir machen Geschichten von morgen möglich. Die Finanzierung erfolgt durch das Förderprogramm „Innovative Hochschule“.

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